MVP (Minimum Viable Product)
Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die kleinste Version eines Produkts, die echten Nutzern echten Wert liefert und dabei eine Geschäftsannahme überprüft. Es ist kein halbfertiges Produkt, sondern ein bewusst reduziertes: Jedes Feature muss eine offene Frage beantworten. Das Ziel ist Lernen unter realen Bedingungen — bevor das Budget für ein vollständiges Produkt ausgegeben ist.
Der Begriff stammt aus der Lean-Startup-Methodik von Eric Ries. „Minimum“ bezieht sich dort auf den Umfang, nicht auf die Qualität: Ein MVP, das abstürzt oder Nutzer verwirrt, validiert gar nichts. Die entscheidende Frage ist nicht „Was können wir weglassen?“, sondern „Was ist die riskanteste Annahme — und was ist das Kleinste, das sie überprüft?“
Der häufigste Fehler in der Praxis: Teams bauen ein kleines fertiges Produkt statt eines Lerninstruments. Sie streichen Features, aber nicht die offenen Fragen — und stehen nach Monaten Entwicklung mit einem Produkt da, das technisch funktioniert, aber keine einzige Annahme belegt hat. Ein MVP ohne definierte Lernfrage ist nur ein teurer erster Release.
Bei decivo steht vor dem MVP fast immer ein Prototyp. Der Grund ist nüchtern: Viele Annahmen lassen sich bereits mit einem Clickable Prototype für 3.500 € prüfen — ganz ohne Entwicklung. Was danach als MVP gebaut wird, ist kleiner, schärfer und günstiger, weil die Validierung vorher passiert ist, nicht hinterher.