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Validation Guide 2026

Geschäftsidee validieren — so testet ihr, ob sie wirklich funktioniert

Der einzige praktische Leitfaden, der alle sechs Validierungs-Methoden beim Namen nennt, harte Benchmarks liefert und zeigt, wie ihr 2026 in 7 bis 14 Tagen echte Klarheit bekommt — bevor die teuren Fehler entstehen.

Von Janni Hares19 Min. Lesezeit
Validierungs-Pyramide mit fünf Stufen: Desk Research, Problem Interviews, Smoke Test, Prototype Test und MVP.

TL;DR — die 5 Kernpunkte

  • Validierung heißt: beweisen, dass echte Menschen zahlen — bevor ihr baut. Nicht glauben, wissen.
  • 43 % aller gescheiterten Startups sterben an fehlendem Product-Market-Fit (CB Insights, 431 Post-Mortems).
  • Die Pyramide: 6 Stufen von Desk Research bis MVP — je teurer die Stufe, desto aussagekräftiger das Signal.
  • The Mom Test (Rob Fitzpatrick): Fragt nach konkreter Vergangenheit, nie nach hypothetischer Zukunft.
  • Product-Market-Fit ab 40 % „sehr enttäuscht" im Sean Ellis Test. Darunter: weiter iterieren.

Was heißt „Geschäftsidee validieren”?

Geschäftsidee validieren heißt, systematisch zu beweisen, dass echte Menschen bereit sind, für euer Produkt zu zahlen — bevor ihr Zeit und Geld in den Bau steckt. Nicht glauben, nicht hoffen, sondern mit Daten wissen.

Der harte Filter: Likes, Feedback im Freundeskreis und „Klingt gut” zählen nicht. Validierung funktioniert erst, wenn euer Gegenüber etwas opfert — Zeit, Reputation oder Geld. Alles andere ist Höflichkeit.

Was Validierung nicht ist

  • Eine Umfrage in eurer LinkedIn-Timeline
  • Familie und Freunde fragen, ob sie die Idee gut finden
  • Eine Marktanalyse lesen und Trends ableiten
  • Ein fertiges Produkt bauen und hoffen, dass Nutzer kommen
  • Ein Pitch Deck, das von Investoren gelobt wird

Was Validierung ist

  • Ein Hypothesen-getriebener Prozess mit klar definierten Erfolgs-Metriken
  • Direktes Feedback aus Interviews mit der echten Zielgruppe
  • Messbares Verhalten unter realistischen Bedingungen (Klicks, Signups, Käufe)
  • Echte Zahlungsbereitschaft — Pre-Sales, Anzahlungen, Abos
  • Ein Lernzyklus, der die Idee iterativ schärft oder ehrlich widerlegt

Der Begriff geht auf Eric Ries' Lean-Startup-Prinzip „validated learning" zurück — und auf Steve Blanks Kernsatz: „Startups führen keine Geschäftsmodelle aus, sie suchen sie." Genau das ist Validierung — die Suche, bevor die Ausführung teuer wird.

Warum 90 % aller Startups scheitern — und wie ihr es nicht tut

Laut CB Insights scheitern 43 Prozent aller Startups am „no market need” — sie bauen ein Produkt, das niemand will (431 ausgewertete Post-Mortems). Weitere 23 Prozent scheitern an fehlendem Produkt-Market-Fit trotz vorhandenem Markt. Zusammengerechnet sind das zwei von drei gescheiterten Unternehmen, deren Fehler mit Validierung vermeidbar gewesen wäre.

Das teuerste Projekt in eurer Karriere: Ein perfekt gebautes Produkt, das keiner will. Sechs Monate Entwicklung, 40.000 bis 80.000 Euro Investment, nach dem Launch die Erkenntnis: die Zielgruppe existiert, das Problem aber nicht in der vermuteten Intensität. Validierung ist der Wachhund gegen genau diese Falle.

Validierung beantwortet drei Fragen, bevor ihr eine Zeile Code schreibt: Gibt es den Markt wirklich? Würden Menschen es nutzen? Würden sie dafür bezahlen? Drei Fragen, die 90 Prozent der Gründerteams erst nach dem Launch stellen — dann ist es zu spät.

Die Validierungs-Pyramide: 6 Methoden von billig bis belastbar

Validierung ist kein Entweder-Oder. Die besten Teams kombinieren Methoden in aufsteigender Reihenfolge — jede Stufe ist teurer, langsamer und liefert stärkere Signale. Wer bei Level 6 (funktionales MVP) anfängt, überspringt genau die Stufen, auf denen Lernen noch billig ist.

1

Level 1 — Desk Research (0 €, 1–2 Tage)

Google-Suche, Google Trends, Reddit, Foren, Branchen-Reports. Gibt es bereits Wettbewerber? Steigt die Nachfrage für euer Keyword? Beschweren sich echte Menschen öffentlich über das Problem? Das ist die günstigste Stunde in eurem gesamten Projekt — und die mit dem höchsten Hebel.

Hinweis: Werkzeuge: Google Trends, SimilarWeb, Reddit-Suche, Statista, AnswerThePublic, G2 Reviews von Konkurrenten.

2

Level 2 — Problem-Interviews nach The Mom Test (0 €, 1–2 Wochen)

10 bis 20 strukturierte Gespräche mit Menschen aus eurer vermuteten Zielgruppe. Keine Umfrage, keine Fokusgruppe, sondern Eins-zu-eins-Gespräche über das echte Leben der Befragten. Ziel: herausfinden, ob das Problem existiert, wie dringlich es ist und wie die Betroffenen es heute lösen.

Hinweis: Siehe eigener Abschnitt „The Mom Test” weiter unten — das einzige Interview-Framework, das in der Praxis hält, was es verspricht.

3

Level 3 — Smoke Test / Fake Door (50–200 €, 3–7 Tage)

Eine einfache Landing Page, die euer Produkt beschreibt, als existiere es bereits. Ein „Jetzt kaufen”- oder „Zugang sichern”-Button, der zu einer Warteliste führt. Dazu 50 bis 100 Euro Meta- oder Google-Ads auf die exakte Zielgruppe. Ergebnis: harte Daten zur Klick-Rate, Signup-Rate und Zahlungsbereitschafts-Indikation.

Hinweis: Eine Conversion-Rate über 15 Prozent aus kaltem Traffic ist ein starkes Signal. Unter 5 Prozent heißt: Positionierung oder Zielgruppe stimmt nicht.

4

Level 4 — Concierge MVP (0–500 €, 2–4 Wochen)

Ihr liefert eure Leistung manuell — ohne Automatisierung, ohne Produkt im eigentlichen Sinn. Beispiel: Food on the Table, eine Rezept-App, startete damit, dass der Gründer jeden Kunden persönlich durch den Supermarkt begleitete. Vorteil: ihr lernt die echten Pain Points und Sprachmuster der Nutzer, bevor ihr irgendwas baut.

Hinweis: Perfekt für Services, Kuration oder Beratungs-nahe Produkte. Skaliert ab Kunde 10 nicht mehr — und das ist genau der Punkt, an dem ihr zum nächsten Level wechselt.

5

Level 5 — Wizard of Oz MVP (200–2.000 €, 2–4 Wochen)

Ähnlich wie Concierge, nur merkt der Nutzer nichts. Außen sieht es aus wie eine fertige Software — innen sitzt ihr oder ein Werkstudent und erledigt die Aufgaben manuell. Zappos startete so: Die Website sah aus wie ein Online-Shop, aber der Gründer ging jede Bestellung persönlich im Laden kaufen und versenden.

Hinweis: Ideal für KI- oder Automatisierungs-Produkte, bei denen der Build teuer wäre, das Nutzererlebnis aber früh geprüft werden muss.

6

Level 6 — Funktionales MVP (2.000–20.000 €+, 4–8 Wochen)

Echte Software mit minimalen Features. Erst hier beginnt das, was viele Gründer fälschlich als Startpunkt missverstehen. Ein funktionales MVP ist nur sinnvoll, wenn Level 1 bis 5 positive Signale geliefert haben — sonst ist es teures Bauen im Blindflug.

Hinweis: Tieferer Einblick in MVP-Definition, Abgrenzung und 6-Schritte-Bau: Siehe unser separater Leitfaden „Was ist ein MVP?”.

Die 6 Methoden im direkten Vergleich

LevelMethodeKostenZeitSignalstärkeAm besten für
1Desk Research0 €1–2 TageNiedrig (Interesse)Vor jedem anderen Schritt
2Problem-Interviews (Mom Test)0 €1–2 WochenMittel (Problem-Dringlichkeit)Ihr kennt das Problem noch nicht genau
3Smoke Test / Fake Door50–200 €3–7 TageMittel (Kauf-Intent)Lösung ist klar, Nachfrage unklar
4Concierge MVP0–500 €2–4 WochenHoch (echte Leistung verkauft)Services oder manuelle Prozesse
5Wizard of Oz MVP200–2.000 €2–4 WochenHoch (Nutzererlebnis geprüft)Software-Produkte vor Vollbau
6Funktionales MVP2.000–20.000 €+4–8 WochenSehr hoch (Markt-Feedback)Nach positiver Level-1-bis-5-Phase

Entscheidungs-Flowchart: Welche Methode passt zu eurer Idee?

Die meisten Artikel listen alle Methoden auf und lassen euch allein. Wir nicht. Hier der Entscheidungsbaum, den wir in jedem Innovation Workshop mit unseren Kunden durchlaufen:

  1. Habt ihr bereits mit mindestens 10 potenziellen Kunden gesprochen — die nicht Freunde oder Familie sind?

    Nein → Start hier: Level 2 Problem-Interviews nach The Mom Test. Alles andere wäre Bauen ohne Daten.

    Ja → Nächste Frage.

  2. Hat sich in den Gesprächen ein echtes, dringendes Problem bestätigt, das die Befragten heute aktiv zu lösen versuchen?

    Nein → Pivotiert eure Idee oder sucht ein anderes Problem. Nicht validiertes Problem = kein Markt, egal wie gut das Produkt ist.

    Ja → Nächste Frage.

  3. Habt ihr eine klare Lösungsidee mit einem definierten Funktionsumfang?

    Nein → Level 4 Concierge MVP: Löst das Problem manuell für 5 bis 10 Kunden. Ihr lernt die richtige Lösung, bevor ihr baut.

    Ja → Nächste Frage.

  4. Könnt ihr die Lösung in unter einer Woche visuell oder als klickbaren Prototyp darstellen?

    Nein → Level 5 Wizard of Oz: Bautet das Frontend, simuliert das Backend manuell. Nutzererlebnis prüfen, bevor ihr automatisiert.

    Ja → Level 3 Smoke Test. Landing Page mit Kauf-CTA, 50 bis 200 € Ad-Spend auf die exakte Zielgruppe. Zahlungsbereitschaft messen, bevor ihr Level 6 angeht.

Der Entscheidungsbaum ersetzt kein gutes Urteilsvermögen — aber er verhindert, dass ihr einen Schritt überspringt, der euch günstiges Lernen gekostet hätte.

The Mom Test: Interviews, die auch eure Mutter nicht schönredet

Rob Fitzpatricks „The Mom Test" ist das einzige Interview-Framework, das systematisch gegen Gründer-Selbsttäuschung schützt. Die Prämisse: Selbst eure Mutter kann euch keine ehrliche Antwort auf eure Idee geben — aber sie kann eure Fragen so beantworten, dass ihr die Wahrheit trotzdem findet. Die drei Regeln:

Regel 1 — Redet über das Leben des Gegenübers, nicht über eure Idee

Die Idee bleibt im Kopf. Ihr fragt nach dem Alltag, den Routinen, den letzten Frustrationen der Person.

Falsch: „Würdest du eine App nutzen, die dir beim Kochen hilft?”

Richtig: „Wie hast du letzte Woche entschieden, was du kochst? Was hat dich dabei genervt?”

Regel 2 — Fragt nach konkreter Vergangenheit, nicht nach Meinungen über die Zukunft

„Würdest du”-Fragen erzeugen Höflichkeits-Antworten. „Hast du” und „Hast du getan”-Fragen erzeugen Fakten.

Falsch: „Würdest du für so eine Lösung bezahlen?”

Richtig: „Hast du schon mal etwas gekauft, um dieses Problem zu lösen? Was? Wann? Wie viel?”

Regel 3 — Redet weniger, hört zu — und fragt zweimal nach

Gründer reden zu viel. Die wichtigsten Erkenntnisse stecken in der zweiten und dritten Antwort auf dieselbe Frage. „Erzähl mir mehr.” „Was hast du dann gemacht?” „Warum?”

10 Fragen für euer erstes Problem-Interview

  1. 01Beschreib mir den letzten typischen Tag, an dem du mit Problem X zu tun hattest.
  2. 02Wie oft passiert dir das?
  3. 03Was hast du aktuell getan, um das Problem zu lösen?
  4. 04Wenn das, was du nutzt, plötzlich weg wäre — was würdest du tun?
  5. 05Wie viel Zeit oder Geld kostet dich das Problem pro Woche?
  6. 06Hast du schon mal aktiv nach einer besseren Lösung gesucht? Wo?
  7. 07Hast du schon mal für eine Lösung in dem Bereich bezahlt? Was genau?
  8. 08Was an den aktuellen Lösungen nervt dich am meisten?
  9. 09Wer in deinem Umfeld hat das gleiche Problem?
  10. 10Wenn du deine Zauberlösung frei erfinden dürftest — was würde sie können?

Smoke Test in der Praxis: Landing Page + 100 € Ads = harte Daten

Der Smoke Test ist die effizienteste Validierungs-Methode 2026. In 3 bis 7 Tagen, für unter 200 Euro, bekommt ihr verwertbare Daten zur Zahlungsbereitschaft. Zur Einordnung: Laut dem Unbounce Conversion Benchmark Report 2024 liegt die Median-Conversion-Rate von Landing Pages bei 6,6 %, im B2B-SaaS-Segment bei 3,8 %. Alles darüber ist ein echtes Signal. Der komplette Workflow:

Schritt 1 — Landing Page in 2 Stunden bauen

Nutzt Framer, Carrd, Webflow oder — seit 2026 — AI-Builder wie Lovable oder v0. Die Seite muss drei Dinge enthalten: das Problem in der Sprache der Zielgruppe, eure Lösung in einem Satz, und einen klaren CTA („Jetzt kaufen”, „Zugang sichern”, „Kostenlos testen”).

Schritt 2 — Zielseite für Conversions aufbauen

Der CTA führt zu einem zweiten Screen: „Du bist früh dran — trag dich ein, um als Erstes Zugang zu bekommen.” Dort fragt ihr die E-Mail ab. Alternativ: direkt ein Pre-Order-Checkout mit Stripe, um echtes Geld zu messen. Beides ist valide — die Geld-Option ist das stärkere Signal.

Schritt 3 — Meta Ads für 100 € schalten

Im Meta Ads Manager zielt ihr auf euer exaktes Nutzerprofil (Branche, Position, Interessen, Verhalten). Zwei bis drei Ad-Varianten, 100 € Budget über 5 Tage verteilt. Google Ads funktioniert alternativ — teurer, aber präziser bei Kauf-Keywords.

Schritt 4 — Zahlen lesen und entscheiden

Nach 5 bis 7 Tagen habt ihr Klicks, Signups und (bei Pre-Order) erste Zahlungen. Gleicht die Zahlen gegen die Benchmarks im nächsten Abschnitt ab. Starke Signale? Weitermachen. Schwache Signale? Pivotieren oder die Hypothese anpassen.

Skin in the Game: Die Commitment-Pyramide

Echte Validierung findet nur statt, wenn der Nutzer etwas opfert. In aufsteigender Wichtigkeit — je mehr der Kunde investiert, desto stärker ist das Signal:

E-Mail-Adresse

Schwach

Zeigt Interesse, keine Kauf-Bereitschaft. Wertvoll als erster Filter, aber niemals allein ausreichend.

Zeit (30-Minuten-Interview)

Mittel

Wer 30 Minuten investiert, hat echtes Interesse. Ihr lernt das Problem tief, aber der Schritt zum Kauf bleibt offen.

Reputation (Empfehlung im Netzwerk)

Stark

Wer euer Produkt ungefragt im eigenen Netzwerk teilt, riskiert seinen guten Ruf dafür. Starkes Signal für Produktqualität.

Geld (Pre-Order, Anzahlung, Abo)

Maximal

Die ultimative Validierung. 50 Euro Anzahlung sagen mehr als 500 E-Mail-Signups. Wer zahlt, glaubt.

Als Daumenregel: Validierung, die nur auf E-Mail-Signups basiert, ist ein Frühsignal — keine Bestätigung. Validierung, die echte Zahlungen zeigt, ist Bestätigung — kein Frühsignal mehr.

Ab wann ist eure Idee validiert? Die harten Zahlen

Die meisten Artikel bleiben beim „probiert es aus und seht selbst” stehen. Hier die Benchmarks, die wir aus eigenen Projekten und aus der internationalen Startup-Literatur zusammengetragen haben — konkret in Zahlen, nicht in Gefühlen:

Validierungs-Benchmarks im Überblick

MethodeSchwachOKStark
Landing Page — CTR auf CTA< 5 %5–10 %> 15 %
Landing Page — E-Mail-Signup-Rate< 2 %2–5 %> 5 %
Problem-Interviews — gleiches Muster< 3 von 103–6 von 10> 6 von 10
Pre-Order / Waitlist (mit 100 € Ads)< 20 Signups20–80> 100
Concierge / Wizard of Oz0–2 zahlende Kunden3–5> 5 zahlende Kunden
Sean Ellis Test (PMF)< 20 %20–39 %≥ 40 % „sehr enttäuscht”

Der Sean Ellis Test ist besonders wertvoll: Fragt eure aktiven Nutzer, wie sie sich fühlen würden, wenn euer Produkt morgen verschwindet. Die Antwortmöglichkeiten: „Sehr enttäuscht” / „Etwas enttäuscht” / „Nicht enttäuscht” / „Ich nutze es nicht mehr”. Antworten 40 Prozent oder mehr „sehr enttäuscht”, habt ihr Product-Market-Fit. Das ist die härteste Metrik in der Startup-Welt — und die einzige, die Sean Ellis (der erste Growth Hacker bei Dropbox, LogMeIn, Eventbrite) als zuverlässig bezeichnet.

KI-gestützte Validierung 2026 — euer Unfair Advantage

Was 2020 zwei Wochen dauerte, geht 2026 in zwei Stunden. Die KI-Revolution hat die Validierungs-Kosten pulverisiert — aber nur für Teams, die die neuen Werkzeuge kennen. Hier die vier Hebel, die wir 2026 täglich in Projekten einsetzen:

1. Landing Pages in 2 Stunden mit Lovable, v0 oder Bolt

Beschreibt euer Produkt in einem Prompt — der AI-Builder generiert eine produktionsreife Landing Page. Design, Responsiveness, CTA, Formular. Ihr nehmt den Output als Startpunkt und passt 30 Minuten an. 2020 hätte das einen Designer + einen Entwickler gekostet. 2026 kostet es 20 € im Tool-Abo.

2. Synthetische Zielgruppen mit Custom GPTs

Bevor ihr echte Ads schaltet, simuliert ihr eure Buyer Persona in einem eigens trainierten GPT. „Du bist eine 42-jährige HR-Leiterin in einem Mittelstands-Unternehmen, Budget-verantwortlich, DSGVO-sensibel…” Ihr chattet mit dem Modell, identifiziert Einwände, die ihr noch nicht bedacht habt. Kein Ersatz für echte Interviews — aber ein kostenloser Probelauf, der euer Messaging schärft.

Wichtig: Synthetische Nutzer sind ein Vorspiel, keine Validierung. Sie halluzinieren Präferenzen, die echte Menschen nicht haben. Niemals als alleinige Entscheidungsgrundlage nutzen.

3. Interview-Auswertung mit Claude oder ChatGPT

Nach zehn Interviews habt ihr 10 Transkripte mit je 30 bis 60 Minuten. Statt händisch zu codieren, füttert ihr die Transkripte in ein LLM und bittet um Muster-Extraktion: häufig genannte Probleme, verwendete Sprachmuster, unerwartete Einwände. Was früher zwei Tage dauerte, dauert 20 Minuten — bei besserer Konsistenz.

4. Klickbare Prototypen mit Figma Make oder v0

Ein klickbarer Prototyp war 2020 eine Woche Designer-Arbeit. 2026 beschreibt ihr die Screens als Text, der AI-Builder generiert den klickbaren Flow. Ideal für Level-5-Wizard-of-Oz-Tests oder moderiertes Nutzer-Feedback.

Die Werkzeuge sind mächtig — das Urteilsvermögen bleibt euer Job. KI beschleunigt, was ihr schon verstanden habt. Wer unklare Annahmen in einen AI-Builder kippt, bekommt eine schnell gebaute schlechte Idee. Die Validierungs-Disziplin ändert sich nicht, nur die Ausführung.

Die 5 teuersten Validierungs-Fehler

1

„Meine Freunde finden die Idee toll”

Freunde und Familie wollen euch nicht verletzen — sie lügen unbewusst. Eure Zielgruppe ist niemals euer Umfeld, egal wie naheliegend die Idee scheint. Nullwert-Feedback.

2

Zu früh Code schreiben

Das klassische „Ich bau erst mal das MVP, dann mache ich Marketing” ist der teuerste Satz, den ein Gründer sagen kann. 90 Prozent der MVP-Pleiten hätten durch Level 1 bis 3 der Pyramide verhindert werden können.

3

Falsches Problem validieren

Ihr habt die Lösung vor dem Problem gefunden. Wenn niemand aktiv nach eurer Lösung sucht, ist das Problem nicht dringend genug. Validiert immer das Problem, nicht das Produkt.

4

Keine Zahlungsbereitschaft testen

Interesse ist nicht Kauf. 1.000 E-Mail-Signups bedeuten nicht 100 zahlende Kunden. Testet Geld so früh wie möglich — Pre-Order, Anzahlung, zumindest ein Stripe-Checkout mit „Ausverkauft”-Fallback.

5

Zu lange validieren, um den Launch zu vermeiden

Manche Gründer validieren endlos, weil Validieren sich nach Fortschritt anfühlt, Launchen aber nach Risiko. Mehr als 14 Tage Validierung pro Hypothese ist Perfektionismus. Wenn die Daten klar sind, entscheidet — so oder so.

Validierungs-Checkliste: Ist eure Idee bereit?

Kopiert euch diese Checkliste. Bevor ihr auch nur einen Euro in den MVP-Bau steckt, müssen mindestens 6 der 8 Punkte ein Haken sein:

  • Wir haben mit mindestens 10 potenziellen Kunden gesprochen — und niemand davon ist Familie oder Freund.
  • Wir wissen genau, wie diese Menschen das Problem heute lösen und was sie dafür ausgeben (Zeit, Geld oder beides).
  • Wir haben eine Landing Page mit einer Klick-Rate über 5 Prozent aus kaltem Traffic gemessen.
  • Wir haben mindestens 50 E-Mail-Signups oder 5 Pre-Orders durch gezielte Ads generiert.
  • Wir haben mindestens ein klares „Nein” gehört — und wissen, warum die Person ablehnt.
  • Wir haben eine präzise Problem-Beschreibung, die unsere Interviews übereinstimmend bestätigen.
  • Wir kennen mindestens drei direkte oder indirekte Wettbewerber und deren Schwachstellen.
  • Wir haben eine Zahlung getestet — Anzahlung, Abo oder Pre-Order — und wissen, was Menschen dafür zu zahlen bereit sind.

Weniger als 6 Haken? Geht zurück zu Level 1 bis 3 der Pyramide. Die Checkliste ist nicht als Hürde gedacht — sie ist der Schutzwall vor dem teuersten Projekt eurer Karriere.

Wie decivo validieren hilft

Wir sind ein Boutique-Studio mit einem klaren Leitgedanken: Clarity Before Code. Unsere Kunden kommen zu uns, bevor sie 40.000 bis 80.000 Euro in ein MVP stecken — und lernen in wenigen Wochen, ob die Idee trägt oder nicht. Unsere Module decken genau die Level 2 bis 5 der Pyramide ab:

Level 2 + Scoping

Innovation Workshop — 7.500 €

Wir strukturieren euer Problem, recherchieren den Markt mit KI-gestützten Methoden und liefern am Ende einen klickbaren Prototyp. Ihr wisst nach dem Workshop, was ihr bauen solltet — und, genauso wichtig, was nicht.

Level 5 Vorstufe

Clickable Prototype — 3.500 €

Ein interaktiver Figma-Prototyp, der euer Produkt erlebbar macht. Ideal für Nutzer-Interviews, Pitch-Termine oder Smoke-Test-Landing-Pages mit echten Screens.

Level 5

UX Validation Loop — 1.350 € / Loop

Echte Nutzer testen euren Prototyp in unmoderierten Sessions mit Maze. Wir liefern strukturierte Auswertung und Handlungs-Empfehlungen. Datenbasiertes Urteil statt Bauchgefühl.

Level 6 Einstieg

Code Prototype — 12.500 €

Funktionale Kernfeatures live. Erst nach positiver Validierung auf den unteren Levels — sonst bauen wir blind und vergeuden euer Geld.

Unser Unterschied zum klassischen MVP-Bau: Wir starten nie mit Code. Jedes Projekt bei uns beginnt mit dem Innovation Workshop und durchläuft die Pakete in aufsteigender Tiefe. Erst wenn Level 2 bis 5 saubere Signale geliefert haben, bauen wir im Code Prototype. Wer bei uns mit einer unvalidierten Idee ankommt, verlässt den Workshop entweder mit einer validierten These — oder mit der ehrlichen Einsicht, dass die Idee umgebaut werden muss.

Ausnahme: Wenn ihr bereits einen fertigen, klickbaren Prototyp aus eurem eigenen Design-Team mitbringt, steigen wir direkt bei UX Validation ein und iterieren Richtung Code Prototype. Keine Doppelarbeit.

Wollt ihr testen, ob eure Idee für einen Validierungs-Workshop bereit ist? Buchen Sie ein kostenloses 15-Minuten-Erstgespräch — wir ordnen gemeinsam ein, welcher Schritt der nächste sinnvolle ist. Ohne Vertriebsdruck. Ohne Verpflichtung.

Häufige Fragen

Was ihr über Validierung wissen solltet

Bereit, eure Idee ehrlich zu testen?

In 15 Minuten ordnen wir gemeinsam ein, auf welcher Stufe der Validierungs-Pyramide ihr gerade steht — und welcher nächste Schritt den höchsten Lern-Hebel bringt. Ohne Verkauf, ohne Verpflichtung.

115-Min-Gespräch2Klare Einordnung3Start in Tagen

Klare Einordnung. Kein Vertriebsdruck. Aktuell 2 Projektslots verfügbar.