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Klick-Dummy vs. Code · Format-Entscheidung 2026

Klick-Dummy oder Code-Prototyp? Die Entscheidung in 4 Minuten

Klickbarer Figma-Prototyp oder funktionierender Code? Die Format-Wahl entscheidet über Wochen Aufwand und tausende Euro — und die Antwort ist fast nie „beides“. Wir bauen beide Formate und zeigen euch, wann welches lohnt.

Von Tobias Zubler12 Min. Lesezeit

Ihr habt eine Idee, eine grobe Skizze und ein Bauchgefühl, dass es funktionieren könnte. Jetzt steht die Frage: Bauen wir einen klickbaren Figma-Prototyp, oder direkt etwas, das wirklich läuft?

Diese Entscheidung kostet euch typischerweise zwischen 3.500 € und 15.000 €, ein bis vier Wochen Zeit — und im falschen Fall den Glauben an die Idee, weil ihr die falsche Frage beantwortet habt.

Wir bauen seit Gründung beide Formate. Genau deshalb müssen wir nichts verkaufen — wir empfehlen euch, was zu eurer Frage passt. Hier die Logik, die wir intern selbst nutzen.

TL;DR — die 5 Kernpunkte

  • Die Frage ist nie „welches Format ist besser?“ — sondern „welches Risiko wollen wir validieren?“. Daraus folgt das Format.
  • Desirability + Usability → Klick-Dummy reicht. Feasibility + Viability → Code-Prototyp ist meist Pflicht.
  • Klick-Dummy ist immer Wegwerf-Material. Code-Prototyp wird mit Re-Implementation produktiv — wir designen ihn so.
  • Bei decivo: Clickable Prototype ab 3.500 € (1–2 Wochen), Code Prototype ab 12.500 € (wenige Tage bis 2 Wochen).
  • Wenn ihr unsicher seid: vier Stunden Innovation Workshop (ab 7.500 €) klären Format inklusive Mini-Backlog. Wir empfehlen, was zur Frage passt — nicht was wir am liebsten verkaufen.

Was vergleichen wir hier eigentlich?

Bevor wir entscheiden, müssen wir uns einig sein, worüber wir reden. Klick-Dummy und Code-Prototyp werden im Marketing oft synonym genutzt — sie sind aber zwei sehr verschiedene Werkzeuge.

Klick-Dummy / Clickable Prototype

Ein Klick-Dummy ist eine Sammlung statischer Screens, die per Verlinkung wie eine echte App wirkt. Klickt ihr auf „Buchen“, springt der Prototyp auf den Bestätigungs-Screen — aber dahinter passiert nichts. Keine Datenbank, keine Logik, keine Speicherung. Tools: Figma, Sketch, Adobe XD.

  • Stärke: schnell zu bauen, billig zu ändern, perfekt für User-Tests.
  • Schwäche: kann technische Fragen nicht beantworten und niemals produktiv gehen.

Code-Prototyp

Ein Code-Prototyp ist eine kleine, lauffähige Anwendung mit echter Logik, echten Daten und echtem Deploy auf eine sichere URL. Wer auf „Buchen“ klickt, schreibt etwas in die Datenbank. Tools: Next.js, Supabase, Vercel — ergänzt durch KI-Tooling wie Cursor und Claude Code.

  • Stärke: zeigt technische Machbarkeit, deckt Edge-Cases auf, wird mit Re-Implementation produktiv.
  • Schwäche: teurer und langsamer als ein Klick-Dummy — und für reine Akzeptanz-Fragen Overkill.

Abgrenzung: Wireframe, MVP, finales Produkt

Wireframe ist statisch (keine Verlinkung). MVP ist live, hat zahlende Nutzer*innen oder eine Conversion-Pflicht und ist breit gestreut. Finales Produkt ist skalierbar, gewartet und CI/CD-fähig. Klick-Dummy und Code-Prototyp sind beide vor dem MVP — sie sind Validierungs-Werkzeuge, nicht das Produkt selbst. Definition: Was ist ein MVP?

Direkt-Vergleich

DimensionKlick-DummyCode-Prototyp
Was es istVerlinkte Screens, simulierte Interaktion. Keine Logik, keine Daten.Lauffähige Mini-Anwendung mit echter Logik, echten Daten, echtem Deploy.
Was ihr testetAkzeptanz, Verständlichkeit, Flow-Logik.Technische Machbarkeit, Performance, Daten-Realität.
Was ihr nicht testetGeschwindigkeit, Sicherheit, Edge-Cases mit echten Daten.Pixel-Polishing, finale Microcopy, Branding-Detail.
Typische ToolsFigma, Sketch, Adobe XD, Penpot.Next.js, Supabase, Vercel, Cursor, Claude Code.
Aufwand bei decivoClickable Prototype ab 3.500 € · 1–2 Wochen.Code Prototype ab 12.500 € · wenige Tage bis 2 Wochen.
Geht damit produktiv?Nein — Klick-Dummy ist immer Wegwerf-Material.Mit Re-Implementation gegen sauberes Architektur-Fundament: ja.

Welches Risiko wollt ihr validieren?

Die nützlichste Frage in diesem Spiel kommt aus der Lean-Startup-Tradition. Vor jeder Format-Entscheidung steht: Welche Annahme will ich prüfen? Es gibt vier klassische Risiken — und jedes Risiko hat ein passendes Format.

Desirability

Wollen Nutzer*innen das überhaupt?

Klick-Dummy reicht.

Wer bei einem klickbaren Prototyp begeistert auf „Buchen“ tippt, würde das auch im echten Produkt tun. Echter Code bringt für diese Frage keinen Mehrwert.

Usability

Verstehen sie das ohne Erklärung?

Klick-Dummy reicht.

Verständlichkeit zeigt sich an Klick-Pfaden, nicht an Backend-Latenzen. Ein moderierter User-Test mit fünf Personen am Klick-Dummy reicht für klare Insights.

Feasibility

Geht das technisch in dem Rahmen, den wir uns vorstellen?

Code-Prototyp zwingend.

Performance, API-Verhalten, Datenbank-Logik, Auth-Komplexität — keine dieser Fragen lässt sich mit einem Klick-Dummy beantworten. Hier braucht ihr echten Code, der echte Probleme aufdeckt.

Viability

Trägt sich das wirtschaftlich?

Code-Prototyp meistens, Pitch-Deck manchmal.

Wenn ihr Conversion-Daten oder Zahlungsbereitschaft testen wollt, braucht ihr Code, der echte Transaktionen abbildet. Wenn ihr nur die Story für ein Investor*innen-Gespräch formt, kann ein gutes Pitch-Deck mit Klick-Dummy reichen.

Praktisch heißt das: schreibt euch die Hypothese auf, die euch nachts wachhält. Wenn sie mit „wollen sie das?“ oder „verstehen sie das?“ anfängt → Klick-Dummy. Wenn sie „geht das technisch?“ oder „rechnet sich das?“ lautet → meist Code.

Mehr zu Validierung in der Praxis: 6 Methoden, die funktionieren.

Decision-Matrix: Format finden in 30 Sekunden

Risiko und Validations-Tiefe spannen eine Matrix auf. Je nachdem, in welchem Quadrant ihr landet, ändert sich die Format-Empfehlung — und damit auch das passende decivo-Modul.

decivo Format-Matrix

Welches Format passt zu eurem Quadrant?

Tippt euch durch die Achsen: links nach rechts technisches Risiko, unten nach oben gewünschte Validations-Tiefe. Pro Quadrant: das Format, das beweisbar funktioniert — plus das passende decivo-Modul.

Validations-Tiefeechtes Feedback nötig

Niedriges Risiko · Tiefe Validation

Clickable Prototype

Ihr testet Verständnis und Akzeptanz, das technische Konzept ist klar. Klick-Dummy mit moderierten User-Tests liefert genau die Insights, die ihr braucht — ohne Code-Aufwand.

Clickable Prototype + UX Validation Loop2–3 Wochen

Hohes Risiko · Tiefe Validation

Code-Prototyp

Technisches Risiko hoch und ihr braucht echte Validierungs-Daten. Hier zahlt sich Code aus, weil ihr sonst zwei Klärungsschleifen nacheinander braucht.

Code Prototype + UX Validation Loop2–4 Wochen

Niedriges Risiko · Schnelle Klärung

Wireframes / Pitch-Deck

Ihr braucht nur intern Alignment oder einen Investor*innen-Pitch — kein echtes Nutzer*innen-Feedback. Spart euch den Klick-Dummy, geht direkt mit Skizzen ins Gespräch.

Innovation Workshop1 Woche

Hohes Risiko · Schnelle Klärung

Code-Prototyp (fokussiert)

Spike-Implementation der einen kritischen Stelle: API-Anbindung, KI-Integration, Performance. Alles drumherum ist Skizze. Schnell, fokussiert, ehrlich.

Code Prototype (Spike-Variante)wenige Tage – 2 Wochen
Technisches Risikohoch

Wenn ihr zwischen zwei Quadranten steht: lieber das risiko-höhere Format wählen. Ein Klick-Dummy, der eine technische Frage nicht beantwortet, kostet euch eine zweite Iteration. Ein Code-Prototyp, der technisch zu mächtig ist, kostet euch nur Geld.

5 Anti-Pattern, die in der Branche regelmäßig Geld kosten

Diese Muster sehen wir nicht nur in Studien zu KI-generierten Projekten — sie sind seit Jahren in der gesamten Prototyping-Branche dokumentiert. Wenn euch eines davon bekannt vorkommt, ist das Klärungs-Signal vor der Format-Wahl.

1 — Code-Prototyp aus Begeisterung statt aus Risiko

Wenn die Hypothese „Wollen Nutzer*innen das?“ lautet und ihr trotzdem direkt loscodet, baut ihr eine teure Antwort auf eine billige Frage. Klärt vorher: was genau wollt ihr lernen, das nur Code zeigen kann?

2 — Klick-Dummy zu lange als „MVP“ verkauft

Ein Klick-Dummy ist eine Diskussionsgrundlage, kein Produkt. Wer ihn drei Investor*innen-Runden lang als „MVP“ zeigt, bremst sich selbst aus, sobald jemand technische Tiefen-Fragen stellt. Spätestens dann braucht es Code.

3 — Tool-Wahl vor Format-Wahl

„Wir nehmen Figma, weil das alle nehmen“ oder „Cursor, weil das gerade hip ist“ sind Tool-Entscheidungen. Die Format-Frage steht davor: Klick-Dummy oder Code? Tool kommt danach. Wer die Reihenfolge verdreht, baut das Falsche besonders effizient.

4 — Daten-Logik in den Klick-Dummy hacken

Wenn ihr im Klick-Dummy Excel-Sheets verlinkt oder Drittanbieter-Plug-ins für „echte“ Daten reinhängt, ist es kein Klick-Dummy mehr. Ihr habt einen unsauberen Code-Prototyp gebaut, ohne die Architektur-Vorteile von echtem Code zu nutzen.

5 — Code-Prototyp ohne Deploy

Ein Code-Prototyp, den niemand außerhalb eures Laptops sehen kann, validiert nichts. Deploy auf eine sichere URL gehört zur Definition — sonst bleibt es eine Demo, keine Validierung.

Wann lohnt sich beides nacheinander?

Ungefähr in 1 von 10 Fällen empfehlen wir beide Formate kombiniert — und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Schritt 1 — Klickbarer Prototyp

    Ihr klärt Akzeptanz, Flow und visuelle Sprache. Drei bis fünf moderierte User-Tests, eine Iterations-Runde, fertig. Investition: ab 3.500 € + 1.350 € pro Test-Loop.

  2. Schritt 2 — Code-Prototyp auf Basis der Erkenntnisse

    Wenn der Klick-Dummy validiert ist, wird daraus ein Code-Prototyp, der die technisch riskante Stelle ans Tageslicht bringt. Vorteil: ihr spart die Discovery-Phase im Code, weil das Konzept bereits steht.

Diese Kombination ist sinnvoll, wenn euer Vorhaben sowohl ein Konsumenten-Akzeptanz-Risiko als auch ein technisches Risiko hat — und ihr das Konsumenten-Risiko zuerst klären wollt, bevor ihr Code investiert. In den anderen 9 von 10 Fällen reicht eines der beiden Formate.

Tooling für die technische Seite: MVP Tools 2026 im Vergleich.

Wie wir die Format-Entscheidung in 4 Stunden für euch klären

Wenn ihr euch die obige Matrix angeschaut habt und immer noch unsicher seid, ist genau das der Use-Case für unseren Innovation Workshop. Halbtägig, vor Ort oder remote.

Im Workshop arbeiten wir die Hypothese, das Risiko und die Validations-Tiefe gemeinsam aus, schauen euch in die technische Lage (bestehender Stack, Datenquellen, Auth-Realität) und legen am Ende fest, welches Format zu eurer konkreten Frage passt — inklusive Mini-Backlog für die nächsten zwei bis vier Wochen.

Vorteil: weil wir sowohl Clickable als auch Code Prototypes selbst bauen, sind wir nicht im Verkaufs-Zwang einer Variante. Wenn ein Klick-Dummy reicht, sagen wir das. Wenn ihr Code braucht, sagen wir das auch — und liefern beides aus einer Hand.

  • Innovation Workshop (4h) — ab 7.500 € · klärt Format + Mini-Backlog · in vielen Förderprogrammen anrechenbar.
  • Clickable Prototype — ab 3.500 € · 1–2 Wochen · Discovery-Call + Wireframes + 5–8 Screens + Hand-off.
  • Code Prototype — ab 12.500 € · wenige Tage bis 2 Wochen · echte Logik + Deploy + Hand-off-Doku.
  • UX Validation Loop — ab 1.350 € pro Loop · 5 moderierte User-Tests + Auswertung + Empfehlung.

Wenn ihr direkt loslegen wollt: ein 15-minütiges Erstgespräch reicht uns, um eine ehrliche Format-Empfehlung auszusprechen — auch wenn das Ergebnis ist, dass ihr (noch) keines von beiden braucht. Alle Module ansehen.

FAQ

Häufige Fragen zu Klick-Dummy vs. Code-Prototyp

Klick-Dummy, Code-Prototyp — oder beides? Lasst uns 15 Minuten klären.

Erzählt uns kurz, was ihr validieren wollt. Wir sagen ehrlich, welches Format zur Frage passt — und ob ihr decivo dafür braucht oder nicht.

115-Min-Gespräch2Klare Einordnung3Start in Tagen

Wir bauen beide Formate selbst. Heißt: keine Verkaufsmasche zugunsten einer Variante.